Das wird teuer

ludersindmirwillkommen

Du willst fremdgehen? Du bist ein Mann und hast einfach einmal Lust auf etwas Anderes, auf eine Andere? Immer die gleiche Brünette im Bett findest du doof – wer will schon immer brünett?

Gut, das kann ich gut verstehen. Dann lassen wir jetzt einmal das Moralische weg und schauen uns die Kostenseite an, rein monetär. Ja, in diesem Essay geht weder um Moral, noch geht es um Gefühle. In diesem Essay geht es nur ums Geld. … und glaube mir, du wirst es gleich sehen, Geld löst Gefühle aus.

Ich rechne das jetzt mal vor. Ich mache eine Beispielrechnung, nein, ich mache zwei Beispielrechnungen. Ich setze meine Annahmen tief an. Ich gehe davon aus, du bist ein durchschnittlicher Mann, durchschnittliches Einkommen, verheiratet, zwei Kinder, nicht viel auf der hohen Kante, aber Du bewohnst mit Deiner Familie euer gemeinsames Eigenheim im Wert von 300.000 Euro und ein Drittel ist schon abbezahlt…

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Ein völlig fiktives Konzept zum Machtererhalt

Jetzt sind wir einmal so richtig schön menschenverachtend, wir machen nur einmal so ein Gedankenexperiment, okay? Macht ja Spaß und vielleicht kommt uns etwas vertraut vor daran.

Also denkt jetzt einmal konzeptionell: Stellt Euch vor, ihr müsstet eine Methode entwickeln Macht über Menschen auszuüben, über viele, über sehr viele Menschen sehr viel Macht ausüben. Wozu ist jetzt einmal nicht so wichtig. Also, wie macht man das denn am besten?:

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Jede Gemeinschaft braucht ein paar Regeln. Das muss so sein, ist schon klar, sonst klappt das nicht mit der Gesellschaft. Wenn man aber Macht haben will, so richtig viel Macht, ein System und vor allem SEIN System festigen will, dann braucht man nicht nur Regeln, dann muss man die Köpfe der Menschen infiltrieren. Und zwar mit System! Dann, und nur dann, ist gesichert, dass die Menschen in unserem Sinne funktionieren, auch wenn es noch so absurd ist, was wir verlangen. Denn genau das bedeutet Macht haben: Absurde Dinge verlangen und der Andere macht.

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Erstmal sagen wir ihnen, dass sie Mist gebaut haben und den ganzen Scheiß den sie erleben nicht besser verdient haben. Wir sagen ihnen, ganz am Anfang hätten sie einen Fehler gemacht, der wirklich nicht nötig gewesen wäre. Es ist Unsinn, aber wir sagen es sei ganz früh gewesen, dass sie sich gar nicht erinnern können, so früh war das. Wir sagen ihnen, das sei passiert, weil sie so egoistisch seien. Letzteres werden sie glauben, da jeder Mensch von Natur aus egoistisch ist. Das ist günstig, da fühlt sich der Mensch erstmal schlecht und zweitens lernt er so, dass Egoismus schlecht ist. Beides ist falsch, aber beides ist nützlich. Das ist ein super Start für unser Machtprojekt. Es hält den Menschen klein und beläd ihn mit Schuld.

Damit die Menschen nicht zusammenhalten können gegen uns, spielen wir zwei Gruppen gegeneinander aus. Am besten zwei Gruppen die aufeinander angewiesen sind, die untrennbar sind und wo sich schon durch das Zusammenleben eh Konflikt ergibt. Wir nehmen die Geschlechter. Die Geschlechter, also Mann und Frau, sind gut geeignet. Sie sind getrennt vereint. Ohne das andere Geschlecht funktioniert es nicht, also spielen wir die Geschlechter gegeneinander aus. Der Plan ist teuflisch. Lilith jagen wir zum Teufel und schwafeln von Ungleichheit und das Eine alles, aber auch wirklich absolut alles schuld sei und eigentlich sowieso nur ein Abklatsch des Anderen sei, aus der Rippe geschnitten oder so. Minderwertig.

Damit haben wir die Hälfte unserer Schäfchen schon geknechtet. Das andere Geschlecht wird diese Schlechtigkeit gerne glauben, da es sie selbst erhöht und zu etwas Besseren macht. Diese Gruppe wird der anderen nie verzeihen und immer wieder drauf rumhacken auf deren Schlechtigkeit. Es ist alles Lüge, aber egal; beide Gruppen sind beschäftigt und kommen so nicht auf dumme Gedanken.

Dann stellen wir ein paar Regeln auf, nicht zu viele nicht zu wenige, sagen wir zehn. Ein paar sinnvolle und ein paar Quatschregeln. Als sinnvolle nehmen wir Selbstverständlichkeiten. Sie zeigen allen an, dass die Regeln sinnhaft sind und unterstellen so, dass die Quatschregeln ebenfalls vernünftig sind. So eine Quatschregel wäre zum Beispiel, das sie am Freitag, oder am Sonntag irgendwelchen Unsinn machen sollen. Das klingt absurd, ist es aber nicht! Das festigt, rein psychologisch die Abhängigkeit. Da ärgern die sich in zweitausend Jahren noch drüber, halten sich aber dran, weil es schon immer so war. Menschen geben so ungern Gewohnheiten auf, lieber machen sie dreitausend Jahre etwas falsch, als einzugestehen, dass sie und ihre Väter auf dem Holzweg sind. Das wird also ein Selbstläufer und jedes Mal, wenn sie es tun, also diesen Quatsch am Freitag oder Sonntag, glauben sie ein klein bisschen mehr daran, wie wichtig das sei.

Damit sie nicht ins Zweifeln kommen, sagen wir, dass nur und wirklich absolut nur unsere Regeln gelten. Denken ja, aber nur so denken, wie wir wollen, alles andere sei verboten sagen wir; befehlen wir.

Einige Regeln wählen wir so aus, dass sie nicht eingehalten werden können. Es darf und soll gar nicht funktionieren, das ist Teil des Plans. Das ist besonders gemein! „Du sollst nicht begehren deines…“ das ist super! Das geht nämlich nicht. Der Mensch kann nicht steuern was er begehrt, nicht wirklich. Es ist ein innerer Prozess. Großartig, da fühlt der sich permanent schlecht und in der Bringschuld und kann es nicht kontrollieren. Besser geht es gar nicht. Obwohl, das geht zu weit, oder nein, warum eigentlich? Wir setzen noch Einen drauf und machen etwas ganz Gemeines und sagen Spaß sei böse! Da packt man den Menschen ganz tief an der Wurzel und macht ihn wirklich demütig. Denn immer, wenn es ihm gut geht, geht es ihm schlecht. Ein gemeines Spiel ist das, das zieht den runter, aber so was von! Und wenn er unten ist, können wir mit ihm machen, was wir wollen, da wir oben sind.

Das alles geben wir ihnen schwarz auf weiß, damit sie es schriftlich haben und nichts verfälschen können. Wir tarnen als Vertrag, als Bund, als hätten sie Mitspracherecht gehabt. Lachhaft.

Natürlich dürfen sie keinen Buchstaben verändern, wehret den Anfängen! Wir lassen viele alte vermeidlich weise Stimmen sprechen und alle blasen ins gleiche Horn. In unser Horn! Widersprüche nennen wir und nehmen wir in unseren Gesetzen, damit jeder alles verbieten kann, egal was irgendwann auch Situation sein mag. Außerdem sprechen wir von Liebe, das mögen die Menschen. Am besten erzählen wir ihnen das auf einem Berg, oder in schöner Umgebung, da merkt man sich das besser. Mit Liebe hat das zwar nix zu tun, aber egal. Am Anfang tun wir immer ein paar gute Taten und mittendrin auch, das kommt gut an und lullt ein. Es überzeugt und lenkt davon ab, dass der Rest unseres Programms horrend menschenverachtend ist.

Da greift dann die Methode ihnen ein schlechtes Gewissen zu machen, die Vorarbeit ist ja getan. Wenn sie zwangsläufig versagt haben, weil die Ziele unerreichbar waren, reichen wir denen die sich dann ganz schlecht fühlen die Hand und verzeihen ihnen. Das wir sie selbst mit unseren Regeln in die Scheiße reingeritten haben, merken die gar nicht. Aber sie werden uns ewig dankbar sein für unsere Gnade. Das kostet nix und die haben wir im Sack. Eine Warnung an die Braven ist es auch.

Die Menschen brauchen Orientierung. Also geben wir ihnen eine. Für die, die etwas physisches brauchen vielleicht eine Mauer, ne Lampe mit sieben Armen, oder einen schwarzen Stein, einen Stern, oder Punkt, oder Kreuz, oder was auch immer, egal, Hauptsache Symbol. Menschen lieben Symbole. Den Anderen, denen das zu simpel ist, geben wir etwas Abstraktes zum Anbeten. Irgendeine Geschichte, oder ein Konzept, das man nie beweisen kann, oder eine fiktive Person die sich nie meldet, aber alles kann. Dorthin sollen sie sich immer wieder unter Strafandrohung wenden. Demütig und achtsam anbeten sozusagen. Anbeten ist überhaupt gut, das bedient die transzendale Ader des Menschen.

Damit die Leute das machen, ich meine so einen Quatsch macht ja keiner freiwillig, drohen wir mit Mörderstrafen. Nein, mehr als Mörderstrafen, Höllenmörderüberstrafen, so eine echte Apokalypse, der sie ausgesetzt sind, wenn sie den Regeln nicht entsprechen. Vielleicht sogar über den Tot hinaus. Und damit keiner denkt er komme davon, reden wir von einem allwissenden Gericht das gar keine Beweisaufnahme braucht. Es kennt die Fakten eh, mogeln ist unmöglich. Gewaltentrennung? Im Zweifel für den Angeklagten? Pfft, lachhaft – es gibt keinen Zweifel und der Richter ist Kläger zugleich. Wir sind es! Das bringt die Menschen wirklich zur Raison, das wirkt, auch wenn keiner zuschaut; das ist total praktisch.

Außerdem brauchen wir Bodenpersonal. Viel Bodenpersonal! Irgendwer muss den Mist ja verwalten und sich all die noch verwirrenderen Detailregeln ausdenken, um die Menschen auch im Kleinsten unter Kontrolle zu halten. Kräftig Propaganda macht das Bodenpersonal sowieso schon, weil sie davon profitieren. Sie sind auf der richtigen Seite, auf unserer Seite. So können sie sich als etwas Besseres fühlen. Man könnte ihnen zum Beispiel einen alten Mann an die Hand geben, der sozusagen immer recht hat, oder ganz viele Autoritätspersonen die man nicht anzweifeln darf, egal was die für einen Unsinn verzapfen. Hauptsache es steht unser Label drauf.

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Jaja, so könnte man das machen. So würde das klappen mit der Macht über Menschen und dem Machterhalt. Aber…

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Brrr, da wird einem ja richtig unwohl bei so einem System. Aber es würde funktionieren, bestimmt. So bekäme man maximal viel Macht über Menschen. Sie wären mit Eifer dabei. Sie wären überzeugt das Richtige zu tun und täten ihre Geilheit hinein.

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Aber jetzt Ende der Spekulationen, keine Angst, es war nur ein Gedankenspiel. So etwas gibt es natürlich nicht. Das macht ja kein Mensch mit! Da müsste es ja schon mit dem Teufel zugehen.

unglaublich gut

ludersindmirwillkommen

Was Frauen so alles mit Männern machen können. Vögeln können sie mit ihnen, küssen können sie mit ihnen, feiern können sie mit ihnen, reden können sie mit ihnen – Also zum Beispiel, das sind jetzt nur Beispiele.

Wie ich darauf komme? Ich stand da gestern so und unterhielt mich mit einer extrem interessanten Frau. Gut, okay, viel zu jung war sie, viel zu hübsch war sie und viel zu sexy war sie für mich.

Das mit dem gemeinsam Stehen kam so: Zunächst waren wir zu fünft und kannten uns nicht. Smalltalk, und Smalltalk kann ich nicht. Sie smalltalkte so in die Runde und ich widersprach. Sie widersprach mir und ich widersprach abermals. Widerspruch und Smalltalk ist ein Widerspruch, denn Widerspruch wandelt den Smalltalk zum Gespräch.

Sie schlüpfte zu mir. Ein intelligenter Dialog entstand und wurde richtig lang. Siehe da! Das gibt es auf Fetischfeten auch.

Ich stand da also so und wir…

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der Lackmustest

„Wenn Sie hier bitte Ihren Namen und Ihre Anschrift eintragen würden.“ Sagt zu mir die Dame hinter der Rezeption und schiebt zu mir das Formular. Sie legt einen Stift darauf fein säuberlich.

„Oh, ich habe meinen eigenen.“ Spreche ich, ziehe meinen Füller hervor und schraube ihn auf. Ich beginne: Paul. Kaufmann…

„Oha mit Füller! Und… schön schreiben Sie. Das ist eine schöne Schrift.“ flötet sie. Ich halte inne, schenke ihr einen Blick. Ich mache ihn schüchtern.

„Ja. Ja, das… das Schreiben habe ich damals in der Schule gelernt. Zuerst das a und dann das b.“ Ich druckse ein wenig herum „… dann die anderen Buchstaben. Zunächst mit Wachsmalstift und groß, gaaanz groß, später dann mit Füller.“ nicke ich und lächle künstlich schüchtern.

Schöne Augen hat sie. Sie ist überhaupt ganz hübsch. Sie grinst. „Ah“ macht sie und ich kann ihre Zähne sehen. Ich mache weiter: Straße, Ort…

„Ich wage jetzt einmal ein Kompliment.“ wage ich, zögere wieder künstlich, suche ihren Blick. „Sie haben sehr, sehr schöne Brüste.“ Kein Grinsen jetzt, nichts Süffisantes, bloß nicht. Im Gegenteil: etwas verschämt wende ich für kurz den Blick zum Boden und dann zurück zu ihr. „Ich meine… das ist ja absurd. Da investiert eine Frau so viel Zeit und Geld und Überwindung, lässt sich die Brüste machen, es gelingt fabelhaft und dann …“ ich wedle mit einer Hand in der Luft „… dann würdigt es keiner. Nehme ich zumindest an. Ich nehme an, dass viele gerne schauen, aber keiner gerne drüber spricht.“ Jetzt erlaube ich mir ein Schmunzeln. Eine Augenbraue hält sie hoch und guckt verdutzt. Dann schmunzelt auch sie. „Gut“ sage ich „dann jetzt eben von mir: Es sieht phantastisch aus. Genau richtig. Lassen Sie sich nicht beirren von den neidischen Weibern und zotigen Blicken. Es ist eine gute Wahl. Sehr stimmig. Gewagt in der Größe bei Ihrer schlanken Figur, das schon, aber es kippt nicht nach vorn, wenn Sie verstehen. Es ist stimmig in Größe und Form, also, soweit ich das sehen kann: perfekt.“ Ein Lächeln noch von mir, dann wende ich mich zum Papier. Ich kritzle da meine Telefonnummer. +49…

„Dankeschön.“ Sagt sie nüchtern. Sie freut sich diebisch, ich kann es sehen im Augenwinkel.

„Bitteschön“ räume ich auf. Ich zögere und schau zu ihr. Ich überlege. Soll ich? Ja, warum nicht?

Ich stecke meinen Füller wieder ein. „Das ist schön. Sie sind schön! Und diese Art und nüchtern vorsichtig… Gefällt mir. Da will man mehr.“ Ich bleibe sachlich, fast formell, meine Augen funkeln nicht. Ich verbiete es. „Wenn das bei Ihnen ähnlich ist, meine Nummer haben sie ja.“ Ich tippe auf das Formular „Einfach melden, ein „Hallo“ reicht, den Rest mache ich dann schon.“ Ich lächle und reiche ihr das Blatt.

Sie nimmt es langsam in Empfang. Ihr Blick springt weg von mir nach rechts und dann zurück. Ja rechts, denn rechts steht jemand. Meine Begleitung steht dort. Da war der Blick. Meine Begleitung steht ja da die ganze Zeit und hört das an. Die ist ja auch noch da, meine Begleitung, und steht da mindestens so hübsch herum, wie die noch Unbekannte hinter-vor der Rezeption. Nur gemachte Brüste hat sie nicht. Braucht sie nicht, wer braucht das schon? Und, ihr, ja ihr, meiner Begleitung galt der ganze Flirt. Das war für sie. Ja, für sie, wirklich.

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Ich habe fremdgeflirtet. Fremdflirten ist ein Test; es ist dem Lackmustest vergleichbar. In der Chemie zeigt ein Lackmustest den PH-Wert einer Flüssigkeit. Das macht ein Streifen aus Papier. Taucht man den Teststreifen hinein in die zu prüfende Substanz, so warnt vor Säure sein Farbwechsel von Blau zu Rot. So wie hier. So ist das auch hier an dieser Rezeption: Der Fremdflirt ist der Test. Er zeigt die Stärke an, er zeigt die Stärke der Frau an meiner Hand. Es geht um sie!

Bei Schwäche wechselt Frau wie auch der Streifen aus Papier ihre Farbe hin zu Zornesrot. Schwache Frauen zicken, also werden rot, oder giftig, oder so, flirtest du mit einer andren Frau. Schwache Frauen! Die starken Frauen aber grinsen, lächeln, glucksen und freuen sich mit dir in strahlend hellem Blau.

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Das ist wichtig. Dieser Test ist wichtig mir, denn nur die starken Frauen will ich.

 

Jetzt lächelt sie

ludersindmirwillkommen

Latexallergie. Sie hat eine Latexallergie! Sowas. Das so etwas in unserer Community überlebt. Damit hat sie es nicht einfach bei uns. Jede zweite Person trägt hier Latex. Das ist auf Fetischfeten so. Jeder zweiten Person muss sie ausweichen. Mach das mal!  Allein der Gang zur Bar mausert sich zum Hindernisslauf.

Berührt ihre Haut Latex, so rötet sie sich. Die Rötung steigert sich gelegentlich. Sie steigert sich zum Ausschlag. Und, ohje, ja, je nachdem wie groß, wie viel und wo sie Latex berührt, entsteht eine ausgewachsene allergische Reaktion, so mit Atemnot und so.

Das ist sehr ungünstig. Latexallergie. Gibt es eine ungünstigere Disposition für eine Fetischfetengängerin? Ich denke nein.

Das ist eine waschechte Behinderung. Und es behindert uns auch jetzt, gerade jetzt. Wir – sie und ich – sind gerade an einem Punkt … nun wir sind gerade an einen Punkt angelangt, wo Latex traditionell eine unrühmliche, aber tragende Rolle spielt.

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Maigrün

Bei uns im Rheinland gibt es einen Brauch. Der ist schön. In der Nacht zum ersten Mai werden Maibäume gestellt. Nicht nur einer auf den Dorfplatz, nein, die Jungs stellen ihren Angebeteten einen Maibaum heimlich schön geschmückt vors Haus. Es sind also viele Bäume pro Straße.

In jedem Schaltjahr – das ist neu und ich find es supercool – geschieht es umgekehrt und die Mädchen rücken aus und stellen ihrerseits den Jungs.

Da Bäume etwas unhandlich sind, tut man sich zusammen. In der Nacht zum Mai ist es also auf den Straßen laut. Gruppen angetrunkener Jungs schleppen, ziehen, fahren, Botanik durch die Straßen.

Das war damals schon so, zu meiner Zeit, als ich so fünfzehnplus war.

Heute werden die Bäume gekauft. Wir haben sie noch geklaut. Ehrensache. Wir haben sie heimlich im Wald geschlagen. Eine Nacht lang wurde der Förster zum Feind.

Ich war sehr gefragt. Sehr begehrt war ich bei diesen Unternehmungen, da ich über die nötigen Kompetenzen verfügte. Erstens konnte ich sägen und zwar so, dass der Baum so fällt, wie er sollte, und zweitens konnte ich die Baumarten unterscheiden. Es muss nämlich eine Birke sein, die man da stellt. Ich weiß, Birken sind weiß und vermeintlich leicht zu erkennen. Das stimmt aber nicht. Gehe einmal in bewölkter Nacht in den Wald und bestimme den Baum. Das ist nicht so einfach. So mancher stellte unter der Laterne fest, dass er eine Erle schleppte.

Unvergesslich. Das war toll. Das hat Spaß gemacht. Unvergesslich die Nacht in der wir, statt im Wald, die Birke im Garten unsres Mathelehrers schlugen, dem Arsch. „Ist da die Polizei? Man hat mir meinen Baum geklaut.“ So haben wir uns seinen Anruf am nächsten Morgen vorgestellt. Ach haben wir gelacht.

Das werde ich nie vergessen. Schön war das. Nicht vergessen werde ich auch, dass ich selbst nie einen Baum einem Mädchen gestellt habe. Das habe ich nämlich nie. Ich war so eine Art schüchtern. Verkrampft. Ich wollte auf keinen Fall, dass ein Mädchen mein Interesse sieht oder davon weiß. Gestorben wäre ich. Ich war mir sicher. Das klingt bitter und bitter war es auch. Glücklich ist anders. Ich war noch nicht so weit. Es sollte noch zwanzig Jahre dauern.

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Die Pessimisten behaupten, dass die Welt immer schlechter wird, dass es abwärts geht mit der Menschheit, dass die Zukunft düster ist. Pessimisten erkennt man übrigens daran, dass sie nichts zustande bringen.

Die Optimisten hingegen behaupten, dass die Welt immer besser wird. Die Optimisten haben Recht, denn egal in welche Statistik man schaut, global und überhaupt, so ist zu sehen: wir leben in der Besten aller Welten die je gewesen sind. Man glaubt es kaum, ist aber so. Es war noch nie so gut wie heute. Weltweit.

Es geht voran, bergauf. Nicht immer geradezu linear, aber im Schnitt geht es bergauf.

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Es ist immer schön ein Beispiel dafür zu finden ganz konkret, so im eigenen Leben, so vor der eigenen Tür. Das ist eine Geschichte wert, finde ich, und denke an meine eigene Maibaumbitterniss.

So sagte meine Tochter neulich im April: „Ich freu mich schon auf die ganzen Maibäume, die ich bekomme.“ Maibäume! Mehrzahl! Drunter macht sie es nicht. Die hat es drauf. Sie hat’s kapiert. Sie ist ziemlich unverkrampft mit Jungs und … sieben Jahre alt.

unbekanntes Land

Ich bin ein Fan der Recherche geworden. Das ist neu. Bis neulich schrieb ich so eher aus dem Bauch heraus. Oder aus jemandes anderen Bauch heraus. Oder ich fand durch Probieren heraus. Beobachten und so.

Jetzt aber habe ich etwas Neues entdeckt. Ich recherchiere im Internet. Das ist toll. Da bekommt man sehr schnell einen Eindruck, wo denn so der Hammer hängt. Oder nicht hängt. Oder zu hängen hätte.

Ich recherchiere gerade, höhöhö, Vaginas. Jaaa. Vaginas. Ihr wisst schon: Das primäre weibliche Sexualorgan. Dieses Bermudadreieck irgendwo da unten bei der Frau. Bermudadreieck – der Vergleich passt. Man nähert sich der Zone mit Kribbeln im Bauch, weiß nicht, was genau da unten auf dem Grund so lauert, ziemlich viel verschwindet da, für immer vielleicht, da ist etwas geheimnisvoll. Bermudadreieck eben und dreieckig ist die Vagina doch auch, oder? Ich weiß nicht so genau. Habe noch nie so genau hingeschaut. Höhöhö.

Aber im Internet ne, Mensch, Mensch, da sind sie schlau. Da betrachten sie dieses Organ ganz genau. Wirklich. Ich habe bei google „Vagina“ eingegeben. Falsch, nein. Ich habe „Was wissen Männer über die Vagina“ bei google eingegeben. Damit betrete ich ein Abenteuerland. Ich habe die ersten fünfzig Links mal angesehen. Spannend.

Männer malen die Vagina. Aus dem Gedächtnis – Klammer auf und zu. Naja, Zeichnen kann halt nicht jeder.

Noch zwei, drei Links zu dem was Männer denken, wissen, wollen, meinen über Vaginas.

Wie sie schmeckt wird berichtet. Das fand ich schön. Das hat mir gefallen. Das war echt. „Die Vagina schmeckt irgendwie nach Batterie.“ Schreibt einer. „Woher wissen Männer, wie Batterien schmecken?“ antwortet Frau. Frauen haben keine Ahnung von Männern: Natürlich wissen Männer wie Batterien schmecken. Und er hat Recht.

Aber der Rest? Die restlichen Links…. Aufklärung light. Da wird Anatomie gelehrt. Die Vagina ist ein Muskelschlauch der…. Die Klitoris hat doppelt so viele Nervenenden wie…. Oder hier, den fand ich gut: „Über die Existenz des G-Punktes wird gestritten. Er wird als rauer, etwa daumennagelgroßer Punkt auf der Vorderseite beschrieben.“ – Sinngemäß. Das liest sich wie eine Überlieferung, so etwa wie die Beschreibung Indiens als der Kompass noch nicht erfunden war. Jaaa, die Vagina ist ein fernes Land. Da kommt man nicht so einfach hin, neinnein. Es ist bestimmt weit und gefährlich bis dahin. Kopfnick. OH MAN HILFE!

Der Rest der Links sind Erklärungen von Frauen für Frauen. Ich habe sie mir reingezogen, alle. Es ist sehr ansprechend gemacht, fast immer. Wohltemperiert werden die Worte gewählt. Hier nähert man sich würdevoll dem heiligen Land der Frau. Ich bin keine Frau. Vielleicht brauchen die das so.

Allen Beschreibungen, aber wirklich allen Beschreibungen ist eines gemein: Sie sind total verkrampft. TOTAL VERKRAMPFT!

Den Highscore in Verkrampftheit schießt ein Post der Zeitschrift Brigitte ab, der die Vagina einer Gummipuppe zeigt die mit Silikonhandschuhen angefasst wird. Sorry, Leute, das ist krank!

Schon die Wortwahl ist krank. Vagina ist ein Physiognomiebegriff. Mehr Distanz geht nicht.

Das Teil ist ein Sexualorgan, das hat mit Sex zu tun und offensichtlich haben alle Angst, dass dem Leser schnell die Sicherung rausknallt, wenn man das Teil schöner nennt. Ich nenn das jetzt Muschi, weil ich Muschi schöner, liebevoller, finde. Darf ich? Danke.

Nicht eine einziges Foto der Muschi, hinter keinem einzigen Link! Warum nicht? Warum zeigt man nicht worum es geht, wie das aussieht? Warum zeigt man nur Zeichnungen. Fotos sind viel besser. Fotos sagen viel mehr aus, da Muschis verdammt schwer zu zeichnen sind, wenn man nicht die Farben vertauscht. Muschis sind toll, die können ganz viel und normal sind sie auch. Jede Frau hat eine davon. Warum darf man Muschis nicht zeigen? Also so echte. Nichts ist natürlicher als das und nichts ist natürlicher, als dass da Sex drinsteckt.

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Als Whatsapphintergrund habe ich bei mir die Muschi meiner Geliebten eingestellt. Ich find die toll. Ich will die sehen. Die ist da riesengroß zartrosa. Ich muss allerdings dazu ergänzen, dass meine Geliebte eine wirklich wirklich wirklich wunderschöne Muschi hat, die jeder höllisch gerne ansieht. Sehr einladend.

Bin ich aggressiver gestimmt tausche ich das Bild gegen eines der gleichen Muschi mit herauslaufendem Sperma aus. Auch sehr geil. Das ist total sexuell. Sperma, gut platziert, wird einer Muschi sehr gerecht. Das ist eine angemessene Würdigung dieses wundervollen Körperteils.

Das muss man nicht verstecken. Nicht, wenn man Sex als das betrachtet was er ist: Menschlich und schön. Das kann man zeigen. Das nette daran in Whatsapp ist, dass ich ständig im Alltag auf der Muschi einer wahnsinns Frau herumtippe. Wer hat das schon? Total cool! Man muss sich das Leben schön machen, sonst wird’s nicht schön.

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Es ist atemberaubend wie mit den Muschis umgegangen wird und zwar in Wort, Bild und Tat. War bei mir auch so. Bis mir mal Eine gezeigt hat, wie man das macht und dass man das darf.

Muschis sind Terra incognita, unbekanntes Land. Sie werden in Pornos gezeigt, okay. Aber auch nur, weil Pornos ja sowieso schmutzig sind. Moralisch rechtsfreier Raum ist da. Schmutzig geht es da zu. Passt ja: Muschis sind schmutzig. Zeigt man nicht, pfuhbah.

Auch in der Werbung: Ständig springen da nackte Weiber herum. Sex sells, warum auch nicht? Aber da werden die verrücktesten Verrenkungen und Choreografietricks exerziert, damit man die Muschi nicht sieht. Man sieht sie nie. Warum nicht? Weil sie tabu ist. Die Muschi der Frau ist ein Bermudadreieck, ist verbotenes Land, das somit unbekanntes Land bleibt.

Ich höre es schon: „Ja aber es wird doch erklärt. Man kann darüber sprechen, alle können das. Soll Frau doch auch, hier schau, wir erklären doch…“ Höre ich es zwitschern. Ja wo denn? Ihr schafft es ja nicht einmal ein Foto einer Muschi zu zeigen, so aufgeklärt seid ihr!

Das Problem ist das Frauenbild. Das ist der Grund für dieses krude Gebaren. Ihr zeigt es nicht, oder ihr überhöht das Organ. Das ist beides nicht normal. Und es hat Effekte. Das hat ja Auswirkungen.

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Und diese Auswirkungen sind das Problem. Deswegen rege ich mich so auf. Mir ist doch egal ob man Muschis sieht oder nicht. Ich weiß wie die aussehen. Nicht egal ist mir allerdings, woher das kommt und wohin das führt.

Der Ursprung des Verhaltens ist klar: Es geht um Macht. Wie entziehe ich der Frau die Macht ihrer Sexualität, eine Kraft in der sie jedem Mann haushoch überlegen ist? Die Einzige neben der physischen Kraft übrigens. Na wie? Ich verbiete es ihr, erkläre die ganze Sache zum Makel. So einfach ist das. Am besten erkläre ich direkt das ganze Organ zum Makel. Das ist Praktisch. Es ist ja eingebaut, die Frau kann sich nicht davon trennen, so muss sie die Schande bedecken, bzw. das Organ, das nach Recht nur dem angestammten Manne gehört. Zack ist die Macht weg. Frau ist entmachtet. Mach das Mal hundert Generationen. Das funktioniert.

Sage hundert Generationen lang, Muschis sind schmutzig, schlecht und hätten kein Recht. Dann, fasst du auch Gummipuppenvaginas nur noch mit Silikonhandschuh an. Dann machst du das, wenn du so denkst und hältst dich für total aufgeklärt, weil du dich für Frauen aufklärend hältst.

Das ist so tief drin… der normale Umgang mit der Muschi ist gar nicht möglich, außer man ist so respektlos wie ich. Nein, normal ist nicht möglich. Entweder man packt das Teil mit spitzen Fingern, oder respektlos, oder bei geschlossenen Gardinen an. Auch wenn es die eigene Muschi ist.

Die Frau versteckt die Muschi, das macht man so mit geschlossenen Beinen und auf jeden Fall immer verdeckt. Es ist ein Reflex, ein kultureller. Natürlich ist das nicht. Im natürlichen Fall ist die Muschi einfach da und wird rausgestreckt, wenn das Gegenüber gefällt. So wie wir das machen, wird sie nicht gewürdigt als das, was sie ist: ein ganz normales Organ.

Das fällt gar nicht auf. So tief drin ist das. Das muss man erst einmal denken üben. Wir sind so gehirngewaschen von der Moral, wir kommen da gar nicht drauf, dass alles normal ist. Ich gebe ein Beispiel. Vielleicht wird es dann klarer:

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Die Muschi ist mit Inneren und Äußeren ein Sexualorgan. Ein Organ!

Organe haben bestimmte Aufgaben und Funktionen. Sie tauschen auch Informationen miteinander aus. Das ist für alle selbstverständlich. So im Groben kennt man die Vorgänge und Zuständigkeiten auch. Augen sehen, Ohren hören, Füße laufen oder stehen, das Herz pumpt. Niemand würde in Zweifel ziehen, dass die entsprechenden Organe dafür zuständig sind. Nur das Sexualorgan, da wollen alle schlauer sein. Da reden alle rein.

Wenn die Muschi tropft, dann hat das seinen Grund. Dann soll da was sein, oder gemacht werden. Nur mal so als Beispiel. Es wurde genau dafür implementiert. Es ist dafür da!

Wie kommt der Mensch auf die Idee zu zweifeln am Urteil des Organs? Tut er das bei dem Urteil der Augen, der Ohren, oder der Füße auch? Nein, tut er nicht.

Beim Sexualorgan bildet er sich das aber ein. Das kann total krass sein: Die Frau schläft mit dem Mann und die Scheide krampft und schreit? Sie hat Schmerzen. Das ist ein Organschrei. Die Frau hört nicht zu. Sie hat nicht gelernt auf ihre Muschi zu hören. Vielleicht ist es der Falsche, oder etwas das Falsche, oder etwas zu wenig oder zu viel. Aber sicher ist, die Muschi weiß Bescheid. Die Frau kann es nur nicht lesen. Sie ignoriert und denkt sie sei krank. Kein Wunder. Sie hat das Organ gar nicht auf dem Schirm, da es nie gesehen wird. Es soll ja nie da sein; das da unten, wird herausgenommen aus der Wahrnehmung.

Und so wie das aus der Wahrnehmung herausgenommen und tabuisiert wird, so koppeln sich auch die Frauen von diesem Organ ab. Das ist ein innerer Prozess, der beginnt beim Kind. „So sitzen Mädchen nicht.“ „Hör auf dich da zu reiben.“, oder hier noch weiter zurück: Differenzierte vorsichtige Waschung des kleinen Schlitzes liegend auf dem Wickeltisch. Das sind subtile Botschaften.

Die Botschaft ist: Das ist nicht da und wenn doch, dann soll es nicht. Es darf im Alltag nicht beachtet werden und erst Recht sollen Andere nicht beachten dürfen/wollen/können. Eigenbeachtung speist sich immer aus der Beachtung durch andere. Fehlt die, fehlt sie. Das wirkt.

Schon die Mädchen schneiden es heraus aus ihrer Körperwahrnehmung. Gibt es ein Problem so bespricht man es verschämt und leise, oder nur mit x. So löst Frau sich ab von ihrem stärksten Organ von kleinauf.

Erst beim Sex, da soll es auf einmal alles können. Da soll plötzlich alles da sein und funktionieren. Wehe wenn nicht. Kein Wunder, dass das so oft nicht klappt. Frau kann das nicht einfach an und ausschalten. Das geht nicht. Dann bleibt es eben aus, oder zum Teil aus. Von der Geburt – ist ja auch eine Funktion des Organs – fang ich jetzt gar nicht erst an.

Die Wahrnehmung ist gestört. Nach meiner Erfahrung finden einige Frauen den Zugang zu ihrer Muschi erst Ende dreißig, die anderen Frauen nie. Die Moral hat der Frau den Zugang verbaut.

Zugegeben, die Zeiten waren schon schlechter. Es wird versucht nachzuholen. Total Tabu ist das Thema nicht, nicht mehr. Man spricht und schreibt darüber. Das ist gut, aber da zeigt sich dann, wo die Lücken sind.

Googelt man weiter nach dem Wort „Vagina“ rutscht man in eine Menagerie der Merkwürdigkeiten und Gerüchte. Neben Vernünftigen findet man zum Beispiel Frauen die anmerken ihre Muschi sähe anders aus als die stets gezeichneten Abbildungen. Tja, das kommt davon, dass man nie Muschis sieht. Der Schlüssel ist: Muschis sehen alle anders aus.

11 Prozent der Männer denken, dass die Frau durch die Scheide uriniert. Nicht zu laut lachen. 5 Prozent der Frauen denken das auch.

Dass Frauen ejakulieren können, wird massiv bezweifelt, auch von der Wissenschaft. Tanja, Meike, Ike, habt ihr das gehört? Was macht ihr denn immer da?

Der G-Punkt bei der Frau ist so individuell, dass man die Frau dran erkennen kann. Die Muster sind völlig unterschiedlich. Ich trau mir das zu bei drei, vier, fünf mir Bekannten. Das ist ein total krasser Unterschied. Die Reaktionen in/an/auf dem G-Punkt auch. Es wird behauptet, dass es ihn nicht gibt. Upps, sowas. Und ein für allemal: Nein, die Scheide weitet sich nicht bei häufigem Gebrauch. Allerdings beim ersten Kind weitet sie sich, dann beim zweiten dritten vierten aber nicht mehr (wenn keine Ruptur oder Senkung eintritt).

Und das sind nur die technischen Fragen, die einfachen technischen Fragen. Dass die Scheide mit Gebärmutter obendrauf eine riesige Spermaselektionsmaschine ist, ist da zu wissen etwas viel verlangt.

Beim Sinnlichen sieht es nicht besser aus. Ich kann berichten, dass Frau sich wundert was das Bauteil alles kann, wenn man sich dem mal dezidiert widmet. Auch was es aushalten kann. Das Bauteil ist nämlich hochsensibel und stabil zugleich. Das Ding ist ein Wunderwerk. Das ist nicht aus Zufall beim Menschen viel komplexer gebaut als beim Tier. Das ist kein Loch, das ist Hightech pur.

Die meisten Frauen wissen gar nicht, wo wann was wie sich anfühlt an und in der Muschi, weil sie a nicht selber dran kommen, b nicht dran gehen, c erst Recht niemand anders das macht, da man das eben nicht macht. Muschi ist pfuhibah, oder eben heilig und maximal gedacht für den Reinrausgebrauch plus Vorfingern. Siehe oben. – (Ich Schreibe hier über den Durchschnitt. Die Wahrscheinlichkeit, dass Du nicht der Durchschnitt bist, wenn Du dies hier liest ist hoch. Interessenskorrellation.)

So verwehrt man der Frau die Sexualität. Das gelingt auch heute noch. Denn wäre man von dem Moralballast befreit, dann wäre es kein Problem die Muschi zu zeigen wie Po, Beine, Ohren oder Bauch.

Die Missachtung der Muschi ist die Missachtung der Frau. Das Weibliche, das Weiblichste überhaupt, wird für schmutzig, für tabu, erklärt, oder wahlweise für heilig – Positivtabu. Beides nicht handhabbar. Es kastriert die Frau.

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Deshalb rege ich mich auf. Ich mag Frauen.

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Und bloß nicht denken, die wilde, gefährliche, umtriebige Frau, der Vamp, sei davor gefeit. Auch im Swingerclub, beim Vamp und der Hochpromiskuitiven wirkt diese Gehirnwäsche „Muschi ist schmutzig“ nach. Sogar besonders dort, da dieses Tabu mit seinen Folgen die Frau genau dahin treibt. Es ist nicht so einfach frei zu sein.

Ich weiß da so eine Anekdote, eine Anekdote aus dem Swingerclub: Wir verließen den Raum mit der Matte. „Wer war jetzt Vanessa?“ fragte ich. „Die mit der Muschi.“ Sagte er. Das krasse ist: Ich wusste, wen er meint.

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P.S.: Das Alles gilt auch für das männliche Glied.

 

Danke, Brigitte! 🙏🏻

Ich hätt’s nicht schöner sagen können.

EinzigHEARTig unARTig


Noch so ein schöner Beitrag der mir heute Morgen den Puls in die Höhe treibt.
Dieses Mal von der Frauenzeitschrift Brigitte. Zu sehen ist das Modell der weiblichen Scheide. Eine Hand betastet, wobei die andere die Schamlippen auseinander zu halten versucht.

So weit so komisch. Denn die Hände sind in Gummihandschuhe verkleidet und transportieren damit automatisch aber unbemerkt eine ganz klare Botschaft.

Halten wir mal kurz die Fakten fest: Es handelt sich hier um ein Modell, richtig?

Wird denn von einem Plastikmodell erwartet stark infektiös zu sein, ist es annehmbar dass beim Betasten des Modells eine Übertragung von Keimen stattfinden kann? Nein. Mitnichten! Dann, so denkt das Unbewusste, muss es doch erst recht gefährlich sein, wenn dort die Hände geschützt werden. Geschützt wird ja immer vor etwas Negativem, etwas das man nicht haben will.

Was hier an diesem Beispiel schön zum Vorschein kommt sind drei Dinge:

Zum einen wird wie…

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tun sie immer

„Und wenn das die Kinder sehen?“ fragt Brigitte und meint mein Handy. „Ähm…“ antworte ich. Dazu kann ich nicht viel sagen. Oder nein: Ich formuliere es anders: Viel kann ich dazu sagen, will es aber nicht. Nicht zu Brigitte, lieber nicht.

Gemeint ist mein Handy. Davor müsse ich meine Kinder schützen, meint Brigitte. Vor dem Bildschirmschoner und den wechselnden Hintergründen meint sie. Die scheinen ihr nicht zu gefallen.

„Ähm“ antworte ich. Ich verstehe nicht. Was ist denn los? Was ist falsch an den Bildern auf meinem Handy? Dürfen Kinder die nicht? Sind da Gewaltszenen zu sehen? Oder Menschen die sich töten, gefährden, erniedrigen, bekriegen, oder so? Irgend so ein Kram der Kinder irritiert, destabilisiert? Nein! Nicht einmal ein Legomännchen mit Lichtschwert kämpft auf meinem Handy gegen einen Droiden – Lieblingsthema meines Sohnes.

Nein! Mein Handy ist Gewaltdarstellungsfrei. Gewaltdarstellungen gefährden Kinder. Kinder kopieren und sie kopieren destruktive Lösungen für ihre Probleme auch. Und Gewalt ist eine Lösung, eine sehr effektive sogar. Gewalt löst Probleme sehr schnell und eindeutig. Erstmal.

Zeigt man zu viel davon, denken sie, das es die Standartlösung sei. Das verführt. Das gefährdet Kinder.

Ich gefährde keine Kinder; die könnten das ja sehen auf meinem Handy dort. Nein. Auf meinem Handy sind nur Bilder des Friedens zu finden.

Frauen in liebevollen Posen sind da ausgestellt. Sie sind sichtbar unbewaffnet, nämlich nackt, von den Highheels abgesehen. Mal allein abgelichtet, mal zu zweit, mal mit Sperma bespritzt, mal mit Schwanz untendrin. Keine Angst: Ich habe nur schöne Bilder ausgewählt. Es sind nur schöne Frauen. Hintergrundbilder… ja Hintergrundbilder auf dem Handy sagen viel über den Handyhalter aus. Jawohl! Das ist so. Normalerweise sind ja Bilder der Familie, des Partners, der Kinder, als Hintergrundbild auf dem Handy eingestellt. Ist man Single die Harley, oder der Manolo bei der Frau. Die Einsamen nehmen Blätter mit Wassertropfen, Landschaften mit Reif Bindestrich Tau, oder Regenbögen, Wolken, Berge sowas halt. Die ganz abgestumpften belassen die Voreinstellung in changierend Blau. Das gibt es auch.

Bei mir sind es Sexbilder. Ich mag Sexbilder. Ich finde Sex schön, auch als Bild. Außerdem sind die Bilder praktisch da auf dem Handy. Sie sind gut untergebracht dort. Ich habe sie so immer dabei. Ist der Alltag zu grau, schau ich auf mein Handy. Schön ist es da. Hier schau: Gerade verschwindet die Stute mit dem Finger an der Clit und die Bitch auf der Brücke kommt heran, die mit den Tätowierungen und dieser Blässe, Ahhhhh. – Die Bilder wechseln jede Minute. Cooles Tool!

Mir helfen diese Bilder ungemein. Sie retten mich im Alltag. Mit den Bildern errege ich mich, werde wieder sexuell. Ich werde wieder mehr Mensch und weniger Grau. Es zieht in der Leistengegend mir, mir ist irgendwie geil, schön.

Landschaftsbilder, oder Gräser mit Tautropfen können das nicht. Die inspirieren nicht so, mich nicht. Ich neige einfach zur Frau.

Wo ist das Problem? Nirgendwo. Es gibt nämlich keins. Auch nicht, wenn die Kinder das sehen. Kinder haben kein Problem mit Pornographie und schönen Frauenbildern. Nullkommanull. Das Problem sind die Erwachsenen, die ein Problem darin sehen. Das irritiert die Kinder! Das macht es zu etwas Unnormalen, etwas Superinteressanten, Spekulativen, zu etwas, wonach man giert und schaut, sich drüber lustig macht, oder sich betreten fühlt. Die machen das, die Erwachsenen. Die Kinder kopieren nur. Kinder sind Kopisten. Erstmal.

Kinder interessieren sich nen Pups für Sex zwischen Erwachsenen, wenn sie nicht schräg indoktriniert sind. Die Eltern können es neben ihnen treiben, dass der Küchentisch knarrt, die Kinder sind höchstens vom Quietschen genervt. Sex ist so normal wie Kaffeekochen, oder Autofahren, solange man ihn nicht zu etwas Besonderen macht.

Ich habe für diese Geschichte recherchiert. Das mache ich manchmal. Da ist etwas Lustiges passiert. Ich habe in die Suchzeile folgenden Text eingegeben: „Warum dürfen Kinder keine Pornos schauen?“ Dieses Fragen in das Netzoff hinein ist sehr effektiv, da sie Ideen aufzeigen quer durch alle Quellen. Bereits beim Tippen schlägt Google wahrscheinliche Fragen vor. Jetzt kommts: Nach dem Wort „warum“ schlug der Browser die Frage „Warum liegt da Stroh?“ vor. Das war auf Platz eins. „Warum liegt da Stroh?“ ist der Eingangsdialog eines sehr bekannten Pornos.

Das ist kein Zufall. Dreißig Prozent des weltweiten Datenverkehrs entsteht durch die Suche und das Abfragen von Pornographie. Dreißig Prozent! Pornographie und seine Substitute ist keine Randerscheinung. Pornographie ist integraler Bestandteil der Sexualität. Darstellungen von sexuellen Handlungen, Wünschen und Träumen sind für sehr Viele sehr wichtig. Es ist ein unkomplizierter allzeit verfügbarer Zugang zu Sex. Menschen können sich so erregen. Menschen brauchen das. Sie brauchen Erregung, also Sex, und zwar ständig, sonst werden sie krank und deshalb machen die das. Das ist völlig natürlich.

Warum sollte man wachsende Menschen davon abhalten?

„Warum dürfen Kinder keine Pornos schauen?“ Die Antworten auf diese Frage sind mit unterschiedlichen Angstgraden gefüllt. Die Angst aber ist immer die gleiche: Kinder könnten das dort Gezeigte kopieren.

Ich frage: Na und?

Ist das schlimm, wenn Kinder da kopieren? Was passiert denn dann? Wie kopieren Kinder eigentlich? Machen die das eins zu eins, machen die Copy-Paste mit dem was Erwachsene tun? Nein! Natürlich nicht. Die imitieren klein und harmlos. Spielen herum und ergänzen alles was gefährlich ist irgendwie mit Phantasie. Ein Kind, das einen Fallschirmspringer kopiert, springt nicht aus einem Flugzeug, niemals! Es springt symbolisch vom Bordstein, oder mit Elf vom Fünfmeterbrett. Die Gefühle, das was eintritt, phantasiert es. Treten die erwarteten, die beim Erwachsenen gelesenen, Gefühle ein, macht es weiter damit. Oder wieder damit. Oder immer wieder weiter damit. So treten Kinder in das Leben der Erwachsenen ein und zwar geübt. Das Prinzip ist genial.

Kinder kopieren immer immer immer altersgerecht, wenn man sie frei tun lässt. Frei bedeutet nicht Anreiz bieten und nicht verbieten, was das Gleiche ist.

Kinder sind total kompetent. Die wissen zwar nicht was sie tun, aber sie haben einen Instinkt der die Grenzen kennt. Wäre das anders angelegt, keiner würde den zwölften Geburtstag erreichen.

Nein, es gibt überhaupt keinen Grund Kinder Pornographie zu verheimlichen. Sollen die Kinder das in Pornos Gezeigte ruhig kopieren, wenn ihnen danach ist. Sie werden spüren, dass ihnen noch fehlt, was die Erwachsenen da motiviert zu diesen Handlungen, diesem Nacktsein, diesem Austausch, diesem Posen, diesem Küssen, diesem Ineinanderstecken. Oder sie merken, dass es ihnen nicht mehr fehlt, dass da schon etwas ist, dass sie Motivation haben und tun wollen mit sich oder anderen, diese Handlungen, dieses Nacktsein, diesen Austausch, dieses Posen, dieses Küssen, dieses ineinanderstecken. Oder, sie entdecken, dass ihnen nach etwas Anderen ist… Das ist großartig. Besser geht es gar nicht. Die spielen da. Besser können Kinder gar nicht feststellen, was sie sind und was sie wollen.

Ich höre es schon: Ja aber Pornographie zeige ja nicht, wie Sex wirklich sei, es sei ein Zerrbild. Ja. Stimmt. Diesen Einwand hat man beim Märchen nicht. Komisch. In Märchen geht es um viel härtere Sachen als um den lieben Sex. Da traut man ihnen differenzieren zu. Zu Recht.

Kinder wissen was eine Geschichte, eine Erzählung und ein Phantasiebild ist! Sie können Phantasie von Realität unterscheiden. Sie sind Experten darin. Sie machen es anders, aber sie sind darin besser als wir. Sie machen es jeden Tag hundertmal. Kinder können das.

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Brigitte, die mit dem entsetzen Blick auf mein Handy, will die Kinder schützen. Sie will schützen vor mir mit meinen Bildern. Klar. Sie sieht eine Gefahr. Man hat ihr erzählt, dass Pornobilder Kinder überfordern, dass sie so falsch herangeführt werden an die Sexualität.

Wer hier wirklich überfordert ist, ist Brigitte. Sie kommt mit Pornographie nicht klar und überträgt es so ganz still und leise auf die liebe Kinderschar.

Sie will den Sex vor Kindern verstecken. Es ist gut gemeint, aber die Botschaft ist fatal: Sex ist böse, oder mindestens falsch. Man muss das verstecken.

Kinder sehen den Ekel im Gesicht, die Angst, die Entrüstung, die Ablehnung. Das sind die Botschaften. Die werden sie kopieren. Kinder lernen Gefühle. Angst, Ablehnung, Ekel, Entrüstung. Das überträgt Brigitte, das empfangen die Kinder, das und nur das empfangen sie. Kinder sind feinfühlig. Die hören nicht was du sagst, die sehen was du beim Sagen fühlst. Und was fühlt/sendet/überträgt Brigitte: Sex ist böse und falsch. Kein guter Start für die Kinder.

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Deshalb bin ich so hartnäckig lässig. Deshalb dürfen diese Bilder auch auf mein Handy drauf und mir ist egal, ob die Kinder die Bilder sehen. Ich finde die Bilder schön. Sex find ich gut. Er soll geschehen und man darf ihn sehen.

Die Kinder werden schon verstehen. Tun sie immer.