Ein völlig fiktives Konzept zum Machtererhalt

Jetzt sind wir einmal so richtig schön menschenverachtend, wir machen nur einmal so ein Gedankenexperiment, okay? Macht ja Spaß und vielleicht kommt uns etwas vertraut vor daran.

Also denkt jetzt einmal konzeptionell: Stellt Euch vor, ihr müsstet eine Methode entwickeln Macht über Menschen auszuüben, über viele, über sehr viele Menschen sehr viel Macht ausüben. Wozu ist jetzt einmal nicht so wichtig. Also, wie macht man das denn am besten?:

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Jede Gemeinschaft braucht ein paar Regeln. Das muss so sein, ist schon klar, sonst klappt das nicht mit der Gesellschaft. Wenn man aber Macht haben will, so richtig viel Macht, ein System und vor allem SEIN System festigen will, dann braucht man nicht nur Regeln, dann muss man die Köpfe der Menschen infiltrieren. Und zwar mit System! Dann, und nur dann, ist gesichert, dass die Menschen in unserem Sinne funktionieren, auch wenn es noch so absurd ist, was wir verlangen. Denn genau das bedeutet Macht haben: Absurde Dinge verlangen und der Andere macht.

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Erstmal sagen wir ihnen, dass sie Mist gebaut haben und den ganzen Scheiß den sie erleben nicht besser verdient haben. Wir sagen ihnen, ganz am Anfang hätten sie einen Fehler gemacht, der wirklich nicht nötig gewesen wäre. Es ist Unsinn, aber wir sagen es sei ganz früh gewesen, dass sie sich gar nicht erinnern können, so früh war das. Wir sagen ihnen, das sei passiert, weil sie so egoistisch seien. Letzteres werden sie glauben, da jeder Mensch von Natur aus egoistisch ist. Das ist günstig, da fühlt sich der Mensch erstmal schlecht und zweitens lernt er so, dass Egoismus schlecht ist. Beides ist falsch, aber beides ist nützlich. Das ist ein super Start für unser Machtprojekt. Es hält den Menschen klein und beläd ihn mit Schuld.

Damit die Menschen nicht zusammenhalten können gegen uns, spielen wir zwei Gruppen gegeneinander aus. Am besten zwei Gruppen die aufeinander angewiesen sind, die untrennbar sind und wo sich schon durch das Zusammenleben eh Konflikt ergibt. Wir nehmen die Geschlechter. Die Geschlechter, also Mann und Frau, sind gut geeignet. Sie sind getrennt vereint. Ohne das andere Geschlecht funktioniert es nicht, also spielen wir die Geschlechter gegeneinander aus. Der Plan ist teuflisch. Lilith jagen wir zum Teufel und schwafeln von Ungleichheit und das Eine alles, aber auch wirklich absolut alles schuld sei und eigentlich sowieso nur ein Abklatsch des Anderen sei, aus der Rippe geschnitten oder so. Minderwertig.

Damit haben wir die Hälfte unserer Schäfchen schon geknechtet. Das andere Geschlecht wird diese Schlechtigkeit gerne glauben, da es sie selbst erhöht und zu etwas Besseren macht. Diese Gruppe wird der anderen nie verzeihen und immer wieder drauf rumhacken auf deren Schlechtigkeit. Es ist alles Lüge, aber egal; beide Gruppen sind beschäftigt und kommen so nicht auf dumme Gedanken.

Dann stellen wir ein paar Regeln auf, nicht zu viele nicht zu wenige, sagen wir zehn. Ein paar sinnvolle und ein paar Quatschregeln. Als sinnvolle nehmen wir Selbstverständlichkeiten. Sie zeigen allen an, dass die Regeln sinnhaft sind und unterstellen so, dass die Quatschregeln ebenfalls vernünftig sind. So eine Quatschregel wäre zum Beispiel, das sie am Freitag, oder am Sonntag irgendwelchen Unsinn machen sollen. Das klingt absurd, ist es aber nicht! Das festigt, rein psychologisch die Abhängigkeit. Da ärgern die sich in zweitausend Jahren noch drüber, halten sich aber dran, weil es schon immer so war. Menschen geben so ungern Gewohnheiten auf, lieber machen sie dreitausend Jahre etwas falsch, als einzugestehen, dass sie und ihre Väter auf dem Holzweg sind. Das wird also ein Selbstläufer und jedes Mal, wenn sie es tun, also diesen Quatsch am Freitag oder Sonntag, glauben sie ein klein bisschen mehr daran, wie wichtig das sei.

Damit sie nicht ins Zweifeln kommen, sagen wir, dass nur und wirklich absolut nur unsere Regeln gelten. Denken ja, aber nur so denken, wie wir wollen, alles andere sei verboten sagen wir; befehlen wir.

Einige Regeln wählen wir so aus, dass sie nicht eingehalten werden können. Es darf und soll gar nicht funktionieren, das ist Teil des Plans. Das ist besonders gemein! „Du sollst nicht begehren deines…“ das ist super! Das geht nämlich nicht. Der Mensch kann nicht steuern was er begehrt, nicht wirklich. Es ist ein innerer Prozess. Großartig, da fühlt der sich permanent schlecht und in der Bringschuld und kann es nicht kontrollieren. Besser geht es gar nicht. Obwohl, das geht zu weit, oder nein, warum eigentlich? Wir setzen noch Einen drauf und machen etwas ganz Gemeines und sagen Spaß sei böse! Da packt man den Menschen ganz tief an der Wurzel und macht ihn wirklich demütig. Denn immer, wenn es ihm gut geht, geht es ihm schlecht. Ein gemeines Spiel ist das, das zieht den runter, aber so was von! Und wenn er unten ist, können wir mit ihm machen, was wir wollen, da wir oben sind.

Das alles geben wir ihnen schwarz auf weiß, damit sie es schriftlich haben und nichts verfälschen können. Wir tarnen als Vertrag, als Bund, als hätten sie Mitspracherecht gehabt. Lachhaft.

Natürlich dürfen sie keinen Buchstaben verändern, wehret den Anfängen! Wir lassen viele alte vermeidlich weise Stimmen sprechen und alle blasen ins gleiche Horn. In unser Horn! Widersprüche nennen wir und nehmen wir in unseren Gesetzen, damit jeder alles verbieten kann, egal was irgendwann auch Situation sein mag. Außerdem sprechen wir von Liebe, das mögen die Menschen. Am besten erzählen wir ihnen das auf einem Berg, oder in schöner Umgebung, da merkt man sich das besser. Mit Liebe hat das zwar nix zu tun, aber egal. Am Anfang tun wir immer ein paar gute Taten und mittendrin auch, das kommt gut an und lullt ein. Es überzeugt und lenkt davon ab, dass der Rest unseres Programms horrend menschenverachtend ist.

Da greift dann die Methode ihnen ein schlechtes Gewissen zu machen, die Vorarbeit ist ja getan. Wenn sie zwangsläufig versagt haben, weil die Ziele unerreichbar waren, reichen wir denen die sich dann ganz schlecht fühlen die Hand und verzeihen ihnen. Das wir sie selbst mit unseren Regeln in die Scheiße reingeritten haben, merken die gar nicht. Aber sie werden uns ewig dankbar sein für unsere Gnade. Das kostet nix und die haben wir im Sack. Eine Warnung an die Braven ist es auch.

Die Menschen brauchen Orientierung. Also geben wir ihnen eine. Für die, die etwas physisches brauchen vielleicht eine Mauer, ne Lampe mit sieben Armen, oder einen schwarzen Stein, einen Stern, oder Punkt, oder Kreuz, oder was auch immer, egal, Hauptsache Symbol. Menschen lieben Symbole. Den Anderen, denen das zu simpel ist, geben wir etwas Abstraktes zum Anbeten. Irgendeine Geschichte, oder ein Konzept, das man nie beweisen kann, oder eine fiktive Person die sich nie meldet, aber alles kann. Dorthin sollen sie sich immer wieder unter Strafandrohung wenden. Demütig und achtsam anbeten sozusagen. Anbeten ist überhaupt gut, das bedient die transzendale Ader des Menschen.

Damit die Leute das machen, ich meine so einen Quatsch macht ja keiner freiwillig, drohen wir mit Mörderstrafen. Nein, mehr als Mörderstrafen, Höllenmörderüberstrafen, so eine echte Apokalypse, der sie ausgesetzt sind, wenn sie den Regeln nicht entsprechen. Vielleicht sogar über den Tot hinaus. Und damit keiner denkt er komme davon, reden wir von einem allwissenden Gericht das gar keine Beweisaufnahme braucht. Es kennt die Fakten eh, mogeln ist unmöglich. Gewaltentrennung? Im Zweifel für den Angeklagten? Pfft, lachhaft – es gibt keinen Zweifel und der Richter ist Kläger zugleich. Wir sind es! Das bringt die Menschen wirklich zur Raison, das wirkt, auch wenn keiner zuschaut; das ist total praktisch.

Außerdem brauchen wir Bodenpersonal. Viel Bodenpersonal! Irgendwer muss den Mist ja verwalten und sich all die noch verwirrenderen Detailregeln ausdenken, um die Menschen auch im Kleinsten unter Kontrolle zu halten. Kräftig Propaganda macht das Bodenpersonal sowieso schon, weil sie davon profitieren. Sie sind auf der richtigen Seite, auf unserer Seite. So können sie sich als etwas Besseres fühlen. Man könnte ihnen zum Beispiel einen alten Mann an die Hand geben, der sozusagen immer recht hat, oder ganz viele Autoritätspersonen die man nicht anzweifeln darf, egal was die für einen Unsinn verzapfen. Hauptsache es steht unser Label drauf.

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Jaja, so könnte man das machen. So würde das klappen mit der Macht über Menschen und dem Machterhalt. Aber…

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Brrr, da wird einem ja richtig unwohl bei so einem System. Aber es würde funktionieren, bestimmt. So bekäme man maximal viel Macht über Menschen. Sie wären mit Eifer dabei. Sie wären überzeugt das Richtige zu tun und täten ihre Geilheit hinein.

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Aber jetzt Ende der Spekulationen, keine Angst, es war nur ein Gedankenspiel. So etwas gibt es natürlich nicht. Das macht ja kein Mensch mit! Da müsste es ja schon mit dem Teufel zugehen.

7 Kommentare

  1. Manipulation at its best, hey. Aber das volle abendländische Programm. Stell dir mal vor es gibt Moral – aber keiner glaubt sie. Existiert sie dann überhaupt? Das mit dem Macht- Ding überlege ich mir- gute Anleitung- Danke / das ist Mega perfide – gut dass es nur fiktiv ist – Halleluja 🙏🏻🙃

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